Einführung

Die Operation des Wiederaufbaues der Brust stellt die anatomische Vollständigkeit des weiblichen Körpers her. Der Körper bekommt jenen Teil zurück der für viele Personen ein unersetzbarer Teil der Weiblichkeit, der Schönheit, der Mutterschaft und der eigenen Identität, darstellt. Der Wiederaufbau der verlorenen Brut nach einer Brustamputation stellt das emotionelle Gleichgewicht der Person wieder her und hilft dieser ihren Platz in der Familie und der Gesellschaft wieder einzunehmen.
Der Wiederaufbau der Brust verbessert die Lebensqualität der Frauen die an Brustkrebs operiert wurden, beginnend mit den kleinen Einzelheiten betreffend die Kleidung bis zur Wiederherstellung des Libidos. Somit wird der betroffenen Frau geholfen über diesen schweren Moment ihres Lebens hinweg zu kommen. Die Wiederherstellung des physischen Aussehens von vor der Brustamputation stellt das Bild der Frau wieder her, das dazu führt dass die Frau ihr Selbstvertrauen wieder findet und ihr die Gewissheit gibt dass das Leben wieder in normalen Bahnen weitergeht.
In der Chirurgie des Brustkrebses sind radikale Änderungen in den letzten zehn Jahren eingetreten, und zwar durch die Entwicklung der Screening-Methoden und der Diagnose sowie auch durch die konservatorische Chirurgie und die multidisziplinäre Untersuchung. Das Team das sich um eine Patientin kümmert besteht aus Onkologen, Chirurgen, Schönheitschirurgen, Pathologen, Radiologen, Chemotherapeuten und Psychologen sind,
Wenn vor paar Jahren die Operationen die therapeutische Wirkung in den Vordergrund stellten und die Ästhetik und die psycho-sozialen Auswirkungen an zweiter Stelle blieben, kann heute die Therapie des Wiederaufbaues der Brust den Patientinnen ein fast unverändertes Aussehen sichern und auch eine sichere therapeutische Wirkung.
Die komplette Resektion des Tumors mit der minimalen Veränderung der Brust trägt den Namen onkoplastische Chirurgie, Benennung die zum ersten Mal 1993 von Audreutsch eingeführt wurde.
Der Zweck des Wiederaufbaues der Brust nach der Amputation ist die Wiederherstellung des Volumens der Brust und die Symmetrie der anderen Brust, der Wiederaufbau der Form und des Brustwarzenkomplexes.
Die Verwendung der Brustprothesen und der Gewebeimplantate ist eine der wichtigsten Methoden des Wiederaufbaues der Brust nach der Amputation. Der Wiederaufbau kann in dem gleichen Eingriff mit der Amputation erfolgen, es wird gleichzeitig der Tumor entfernt und eine definitive Prothese eingesetzt.
Der sekundäre Aufbau wird nach einer Zeitspanne (einige Monate oder Jahre) nach der Amputation vorgenommen. Es wird ein Expander eingesetzt der nach einigen Monaten mit der definitiven Prothese ersetzt wird.

Über Prothesen

Im Falle der onkoplastischen Chirurgie können mehrere Arten von Wiederaufbau verwendet werden:
a) Expanderprothese (Silikonkissen), die sich schrittweise dehnt und nach dem Erhalt der nötigen Dehnung nach 2-4 Monaten wird die Prothese entfernt und mit einer definitiven Prothese ersetzt.
b) Expander vom Typ BECKER mit zwei Kammern, eine äußere Kammer die mit Gel gefüllt ist, und eine innere Kammer die mit Serum gefüllt wird (die Kammer wird schrittweise in einer Zeitspanne von 7 -10 Tagen gefüllt) und die definitiv eingesetzt werden kann. Die Prothesen werden aus Silikon angefertigt, Material das wegen seiner Hautfreundlichkeit das meist verwendete Material für medizinische Implantate ist.

Welche Patientinnen können Nutznießer dieser Art von Wiederaufbau werden

Der sekundäre Wiederaufbau der Brust kann von allen Frauen beantragt werden, die eine teilweise oder vollständige Brustamputation durchlitten haben als Folge eines gutartigen oder bösartigen Tumors.

Die Risiken der Operation

Es gibt keinen chirurgischen Eingriff der risikofrei ist. Die Risiken müssen in allen Einzelheiten mit dem Chirurgen und dem Narkosearzt vor dem Eingriff besprochen werden. Außer den Risiken die jede Vollnarkose mit sich bringt, können Infektionen, Hämatoms und hässliche Narben, die Nekrose der Gewebe und nicht in letzter Reihe die Kapselkontraktur, also die Verfestigung des Bindegewebes um das Implantat, erscheinen. Letztere ist eine Komplikation die nicht von der chirurgischen Technik, sondern von der Qualität der Prothese und der Reaktion jeder Patientin abhängt.
Manche Frauen haben eine sehr große Empfindlichkeit, andere eine sehr geringe. Es ist möglich dass kleine Flächen um den Schnitt taub sind. Diese Symptome verschwinden meistens mit der Zeit, können aber bei manchen Patientinnen bestehen bleiben.
Es kann passieren, zwar selten, dass die Implantate reißen und der Inhalt ausläuft. Die Risse der Implantate sind Folgen eines Unfalls, oder, ganz selten, können sie spontan auftreten. Wenn ein Implantat mit Kochsalzlösung platzt, in einigen Stunden läuft der ganze Inhalt aus und wird von dem Körper problemlos aufgenommen.

Im Falle eines Implantates mit Gel, können mehrere Phänomene auftreten. Wenn die Hülle platzt, doch die Kapsel rund um das Implantat fest bleibt, kann es sein dass keine Änderungen auftreten. Wenn auch die Kapsel platzt, meistens wenn hoher Druck ausgeübt wird, können Änderungen in der Form und der Festigkeit der Brust auftreten. Sollte diese Situation auftreten, muss ein neuer Eingriff vorgenommen werden und das Implantat ersetzt werden.

Maßnahmen vor dem operativen Eingriff

  • Zustimmung des Chirurgen der die Brustamputation vorgenommen hat, um sicher zu sein dass es keine lokalen Rückfälle gibt und auch keine Metastasen
  • diese Methode des Wiederaufbaues wird nicht bei Patientinnen angewendet, die postoperativ einer Strahlentherapie unterzogen waren, die praktisch die Struktur und Elastizität der verbliebenen Haut ändern. Die Strahlentherapie ist nicht unbedingt der entscheidende Grund warum diese Art von Wiederaufbau nicht eingesetzt werden kann, die Entscheidung trifft der Schönheitschirurg nach einer Untersuchung.
  • Vor dem Eingriff, muss eine Mammographie oder eine Ultraschalluntersuchung der Brust vorgenommen werden
  • am Tage des Eingriffes, ab Mitternacht soll die Patientin nichts mehr essen oder trinken
  • zwei Wochen vor dem Eingriff darf kein Aspirin verabreicht werden
  • die Operation soll keinesfalls an den Tagen der Regelblutung vorgenommen werden
  • die Patientin muss dem Chirurgen mitteilen sollte sie andere gesundheitliche Probleme haben (Bluthochdruck, vaskuläre Beschwerden, Herzinfarkt, Diabetes, Lungenkrankheiten, Epilepsie, neurologische Beschwerden, Allergien)
  • die Patientin muss dem Arzt mitteilen im Falle dass sie eine Zahnprothese oder Kontaktlinsen trägt
  • sollte die Patientin Raucherin sein, muss sie 1-2 Wochen vor dem Eingriff das Rauchen einstellen und mindestens erst zwei Wochen nach der Operation wieder aufnehmen
  • vor der Operation soll sich die Patientin nicht sonnen
  • vor dem Eingriff soll die Patientin keine Diät halten, da diese die Heilung verzögern kann
  • sollte sich die Patientin vor der Operation erkälten oder an anderen Infektionskrankheiten erkranken, muss die Operation verschoben werden.

Der chirurgische Eingriff

Der Wiederaufbau der Brust wird, meistens, unter Vollnarkose vorgenommen und dauert 1-3 Stunden. Der Schnitt durch den die Prothese oder der Expander eingesetzt wird, kann genau auf dem vorherigen Schnitt oder, im Falle dass der Eingriff der Amputation und des Wiederaufbaues gleichzeitig stattfinden, wird der Schnitt von dem Onkologen festgelegt.
Betreffend die Aufstellung der Prothese im Verhältnis zu dem Brustmuskel, ist es empfehlenswert diese unter dem Brustmuskel einzusetzen.
Die Vor- und Nachteile des Eingriffes betreffend die Schnittstelle und die Positionierung der Prothese müssen im Rahmen der Untersuchung vor dem Eingriff in allen Einzelheiten besprochen werden. Nach dem Eingriff bleiben Drain-Kanüle für 24 Stunden, damit die Bildung von Hämatomen vermieden wird die zu der Verfestigung des Bindegewebes um das Implantat (Kapsel) führen.
Wenn eine BACKER-Prothese verwendet wird hat man den Vorteil dass ein einziger Eingriff notwendig ist denn diese Prothese muss nicht mit einer definitiven ersetzt werden.

Krankenhausaufenthalt nach der Operation

Der Krankenhausaufenthalt nach der Operation dauert zwischen 1-3 Tage, Zeit in der Antibiotika verabreicht werden. In den ersten 24-48 Stunden verspürt man Schmerzen, hauptsächlich wenn die Prothese unter dem Brustmuskel positioniert wurde. Die Schmerzen werden aber mit Schmerzmittel und Mittel zur Muskelentspannung behandelt.

Die Rehabilitation nach dem Eingriff

Nach der Auslieferung aus dem Krankenhaus werden die Fäden 12 Tage nach dem Eingriff entfernt, das kann problemlos der Hausarzt erledigen. 2-3 Monate nach dem Eingriff muss eine elastische Binde oder ein BH getragen werden der dem neuen Brustvolumen angepasst werden muss. Die ersten 2-3 Monate nach dem Eingriff müssen schwierige Übungen vermieden werden. 6 Monate nach dem Eingriff können die Narben noch anschwellen und sich röten, nach 9 Monaten – 1 Jahr ebnen sie sich und die Farbe hellt sich auf. Ein Jahr nach dem Eingriff darf sich die Patientin nicht sonnen, damit sich die Narben nicht verfärben. Die Narben werden nie ganz verschwinden.
Die Patientin muss zweimal pro Jahr zur Untersuchung und zur Brustultraschalluntersuchung. Die Mammographie ist nicht empfehlenswert da das Risiko existiert dass die Prothese oder der Expander reißen.

Schlussfolgerungen

Der wichtigste Faktor bei dieser Art von Operation ist der persönliche Wunsch und Beschluss. Der emotionelle und psychologische Gewinn der Operation ist das zurückgewonnene Selbstvertrauen sowie auch die Wiederaufnahme des Familienlebens, des sozialen und beruflichen Lebens bei Personen die deswegen zu Depressionen geneigt haben. Wir haben bisher 150 Eingriffe mit Erfolg durchgeführt.